Geschichte


Der folgende Text fand sich auf der Schulhomepage des Jahres 2002. Über den Urheber der Zeilen war auf diesen Seiten keine Information zu finden.

Nach längerer Zeit Mehrschichten-Unterrichts in Bergedorf-Lohbrügge

12.Mai 1955. Die neue Lohbrügger Schule am Richard-Linde-Weg ist nicht die letzte, die in unserem Bezirk gebaut werden soll, hieß es gestern abend auf der Einwohnerversammlung, zu der die SPD-Fraktion im Bergedorfer Bezirkssauschuß in die Aula der Schule am Binnenfeldredder eingeladen hatte...

...Der Satz, dass das "deutsche Wirtschaftswunder" an den Schule vorübergegangen sei, treffe zum Glück auf Hamburg nicht ganz zu, sagte der Bezirksverordnete Heinz Partikel, und zum Glück sei es gelungen, spät aber nicht zu spät, auch unser Gebiet daran profitieren zu lassen. Dabei werde man bei uns kaum jemanden finden, der nicht glücklich und froh darüber sei, daß am Richard-Linde-Weg eine der modernsten Schulen Norddeutschlands gebaut wurde...

Im Sommer 1957 war es dann so weit: der erste Bauabschnitt der Schule am Richard-Linde-Weg wurde der Schulbehörde übergeben. Unter den Besuchern waren der Bergedorfer Bezirksleiter Oberregierungsrat Schaumann, Oberschulrat Dressel und der Architekt Sieglitz. Oberschulrat Dressel übergab den Schlüssel der Schule symbolisch dem ersten Schulleiter Drewes.

Euphorisch pries man damals den Neubau. So war in der Bergedorfer Zeitung zu lesen: Einen idealeren Platz für eine Schule kann es in Lohbrügge kaum geben. Hoch oben auf dem Geesthang breitet sich die neue Schule am Richard-Linde-Weg auf einer dreieinhalb Hektar großen Fläche aus. Die nach modernen Gesichtspunkten vorwiegend in der Flachbauweise errichteten Gebäude gliedern sich strahlenförmig um das sogenannte "pädagogische Zentrum". Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Aufenthaltsraum für die Schüler, der vor allem bei schlechtem Wetter als Pausenhalle benutzt werden kann.

Damit war ein wichtiger Schritt zur Entlastung der oft ungenügenden Schulverhältnisse in Lohbrügge getan. Im ersten Bauabschnitt waren zwölf Klassen, sowie sieben Fachklassen vorhanden. Die Schülerinnen und Schüler kamen überwiegend von der Knaben- und Mädchenschule Binnenfeldredder.

In weiteren Bauabschnitten waren eine Aula, eine Turnhalle, ein Schulschwimmbecken und ein Verwaltungsgebäude geplant. Das Schulschwimmbecken fiel schließlich dem Rotstift zum Opfer, die anderen Gebäude sind im Laufe der Zeit tatsächlich entstanden. Für heutige Verhältnisse genügen jedoch Turnhalle, Verwaltungstrakt mit Lehrerzimmer und Hausmeisterraum, sowie Fachgebäude nicht mehr den Anforderungen.

Sehenswert sollen auch die malerischen und architektonischen Ausgestaltungen der Schule gewesen sein. Wandfresken und vor dem Haupteingang eine Plastik eines lesenden Jungen gaben und geben angeblich der Schule neue Blickpunkte.

Nach damaligen Gesichtspunkten war diese Schule großzügig konzipiert. "Die Klassenräume sind mit großen Fenstern versehen und außerordentlich lebendig in den Farben gehalten. Sogar ein großer Eßsaal ist vorhanden, in dem für bestimmte Kinder eine Schulspeisung gereicht werden kann."

Auch die Lage wird in der Bergedorfer Zeitung gepriesen: "Von dem Hang geht der Blick weit in die Vier- Und Marschlande. In der Ferne sind die Harburger Berge und die Türme Hamburgs zu erkennen. ...Außerdem liegt die Schule ... an einer verkehrsmäßig ruhigen Straße. Der Lärm von der Bergedorfer Straße dringt hierher nur als ein `leichtes Säuseln´."

- Wie sich doch die Zeiten ändern!!!

Wie sich die Zeiten doch ändern

Mit der Zeile "Wie sich die Zeiten doch ändern" endet der Text von der ehemaligen Homepage.

Viele Dinge haben sich wirklich verändert. Die Schule Richard-Linde-Weg ist jetzt eine moderne Stadtteilschule, die sich ihren Platz in der Bergedorfer Schullandschaft erarbeitet hat. Die Schüler, können hier alle drei Bildungsabschlüsse, bis hin zum Abitur, erhalten.

Bedingt durch den Erfolg der Schule sind aber die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichend. Auch sind manche Gebäude, die 1957 sehr modern waren, heute nicht mehr ganz zeitgemäß. Für die Schule steht ein neuer Bauabschnitt an und wir hoffen, dass dieser möglichst bald in Angriff genommen wird.