Projekt der Studienstufe: Dialog P

 

Am 27.05.2026 fand an unserer Schule die Veranstaltung „Dialog P“ statt. Dialog P ist ein Projekt zur politischen Bildung, welches Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gibt, direkt mit Politikerinnen und Politikern ins Gespräch zu kommen. Ziel ist es, politische Themen zu diskutieren, unterschiedliche Standpunkte kennenzulernen und den demokratischen Austausch zu fördern. Zu Gast waren Nils Hansen (SPD), Dennis Gladiator (CDU), Miriam Block (Die Grünen), Stefan Jersch (Die Linke) und Krzysztof Walczak (AfD). Die Veranstaltung wurde von Ronida S. sowie Georg H., Antonia W. und Lucia A. moderiert. 

Der Veranstaltung ging eine mehrwöchige Vorbereitung in den drei PGW-Kursen der aktuellen S2 voraus. In dieser Zeit beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit politischen und gesellschaftlichen Themen. Zunächst sammelten die Kurse verschiedene Fragestellungen, die anschließend zusammengetragen und zur Abstimmung gestellt wurden. Die fünf Fragen mit den meisten Stimmen wurden schließlich für die Diskussion ausgewählt.

Die Top 5 Fragen:
1. Soll Hamburg stärker in den Wohnungsmarkt eingreifen, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern?
2. Soll Hamburg sich um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele bewerben?
3. Soll der ÖPNV in Hamburg weiter ausgebaut und kostenlos werden?
4. Soll in Hamburg das Schulsystem sowie die Lerninhalte grundlegend reformiert und modernisiert werden?
5. Sollen Polizeipräsenz, Notrufsysteme und Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen in Hamburg ausgebaut werden?

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte die Moderation die anwesenden Gäste sowie die Schülerinnen und Schüler. Anschließend fand ein gemeinsames Kahoot-Quiz statt, an dem sowohl die Politikerinnen und Politiker als auch die Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Die Fragen bezogen sich auf die Stadt Hamburg und dienten als lockerer Einstieg in die Veranstaltung. Im Anschluss erläuterte die Moderation den Ablauf sowie die Gesprächsregeln. Dabei wurde insbesondere auf einen respektvollen und konstruktiven Umgang miteinander hingewiesen. Die Diskussion erfolgte nach dem sogenannten Tischformat. Jede Politikerin beziehungsweise jeder Politiker nahm für zehn Minuten an einem Tisch zu einem bestimmten Thema Platz und stellte dort die Positionen der eigenen Partei sowie persönliche Einschätzungen vor. Die Schülerinnen und Schüler hatten dabei die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. Nach jeweils zehn Minuten wurde durch ein akustisches Signal zum Wechsel aufgefordert, sodass die Politikerinnen und Politiker den Tisch und damit auch das Diskussionsthema wechselten. Während der Gesprächsrunden wurden zudem Tischabstimmungen durchgeführt. Dadurch konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Meinungen zu den jeweiligen Fragestellungen einbringen und die unterschiedlichen Positionen miteinander vergleichen. Im Rahmen der Diskussion wurden zahlreiche Argumente und Sichtweisen ausgetauscht.

Nachfolgend wurden exemplarisch einige Positionen der Politikerinnen und Politiker vorgestellt. So wurde beim Thema Schulsystem und Modernisierung unter anderem über den Umgang mit Künstlicher Intelligenz gesprochen. Dennis Gladiator (CDU) betonte, dass Schülerinnen und Schüler lernen müssten, KI sinnvoll und kritisch zu nutzen. Man dürfe den Ergebnissen nicht blind vertrauen, sondern müsse lernen, Informationen zu hinterfragen. Zudem sprach er sich dafür aus, dass insbesondere Grundschulkinder weiterhin praktische und handwerkliche Fähigkeiten erlernen sollten. In weiterführenden Schulen könne die Digitalisierung und Modernisierung hingegen stärker vorangetrieben werden. Auf die Frage nach Chancengleichheit verwies er darauf, dass gleiche Bildungschancen nicht allein von finanziellen Mitteln abhängen, sondern auch stark von der familiären Fürsorge und Unterstützung beeinflusst werden. Auch Stefan Jersch (Die Linke) sprach sich für eine grundlegende Reform des Schulsystems aus. Er betonte die Bedeutung von Medienkompetenz und einer frühen Aufklärung über den Umgang mit digitalen Medien und Künstlicher Intelligenz. Schülerinnen und Schüler sollten früh lernen, Informationen kritisch zu bewerten und zwischen richtigen und falschen Informationen zu unterscheiden. Gleichzeitig sprach er sich gegen den Einsatz von iPads bereits im Kindergartenalter aus. Die Vermittlung grundlegender Kompetenzen solle vor allem durch Lehrkräfte erfolgen. Zudem stellte er die Frage, ob die bestehenden Unterschiede zwischen Stadtteilschulen und Gymnasien weiterhin sinnvoll seien. Beim Thema Wohnungsmarkt wurde unter anderem über die zahlreichen Bauvorschriften diskutiert. Krzysztof Walczak (AfD) sprach sich dafür aus, bestehende Vorschriften zu überprüfen und unnötige Regelungen abzubauen. Seiner Ansicht nach würden viele Vorgaben das Bauen verteuern und verlangsamen. Ziel müsse es sein, schneller und kostengünstiger neuen Wohnraum zu schaffen, um dem starken Bevölkerungswachstum in Hamburg besser begegnen zu können. Auch das Thema Sicherheit im öffentlichen Raum wurde intensiv diskutiert. Miriam Block (Die Grünen) vertrat dabei eine differenzierte Position. Sie sah einen Ausbau von Notrufsystemen grundsätzlich positiv, stellte jedoch die Frage nach einer praktikablen Umsetzung. Eine stärkere Videoüberwachung mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz lehnte sie ab. Statt einer stärkeren Polizeipräsenz setzte sie vor allem auf Prävention und vorbeugende Maßnahmen, um Kriminalität zu verhindern. Beim Thema öffentlicher Nahverkehr sprach sich Nils Hansen (SPD) für einen weiteren Ausbau des ÖPNV aus. Er verwies darauf, dass viele Strecken insbesondere in den Morgenstunden bereits stark ausgelastet seien. Ein Ausbau sei daher notwendig und könne zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wenn Busse und Bahnen dauerhaft überfüllt seien, würden viele Menschen wieder auf das Auto zurückgreifen. Die Frage, ob der ÖPNV vollständig kostenlos werden solle, wurde ebenfalls diskutiert. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass für den Betrieb und den weiteren Ausbau weiterhin erhebliche finanzielle Mittel benötigt würden.

Die Dialog P-Veranstaltung bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, politische Entscheidungsprozesse besser kennenzulernen, verschiedene Standpunkte direkt zu erleben und sich aktiv mit aktuellen politischen Themen auseinanderzusetzen. Durch den direkten Austausch mit den Politikerinnen und Politikern konnten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in unterschiedliche politische Perspektiven gewinnen und ihre eigenen Meinungen reflektieren.

Die Pressearbeit übernahmen Charline P. und Rubama A.

Wir und alle Teilnehmenden danken Frau Rauschelbach, Frau Jessel und Herrn Setzke für dieses spannende Projekt!